
Fräsen - Funktionsprinzip, Grundlagen und Verfahren
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Praxisnahes Fachwissen zum Fräsen
Wie funktioniert Fräsen, welche Verfahren werden unterschieden und welche Werkstoffe lassen sich bearbeiten? Hier erhalten Sie einen leicht verständlichen Überblick über das Fräsen als spanendes Fertigungsverfahren – von den technischen Grundlagen bis zu Maschinen, Werkzeugen und wichtigen Zerspangrößen.
1. Einordnung des Fräsens nach DIN 8580 und DIN 8589
Nach DIN 8580 gehört das Fräsen zur Hauptgruppe Trennen. Innerhalb dieser Hauptgruppe wird es dem Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden zugeordnet. Die Anzahl, Form und Lage der Schneiden am Fräswerkzeug sind dabei eindeutig festgelegt. Die genauere Einordnung, Unterteilung und Benennung des Fräsens beschreibt DIN 8589-3.
Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden:
- Fräsen, Drehen, Bohren, Sägen, Räumen
Spanen mit geometrisch unbestimmten Schneiden:
- Schleifen, Honen, Läppen, Strahlspanen, Gleitspanen
2. Merkmale und Funktionsweise der Fräsbearbeitung
Fräsen ist ein spanendes Fertigungsverfahren zur Herstellung von Bauteilen mit ebenen Flächen, Konturen, Nuten und komplexen 3D-Geometrien. Nach DIN 8589 gehört das Verfahren zum Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden, da Form und Anordnung der Schneidkanten des Fräswerkzeugs eindeutig definiert sind. Charakteristisch für die Fräsbearbeitung ist dabei die rotierende Hauptbewegung des Werkzeugs, während das Werkstück oder das Werkzeug zusätzlich eine Vorschubbewegung ausführt. Die einzelnen Schneiden greifen dabei nacheinander in den Werkstoff ein und tragen das Material spanweise ab. Dieser unterbrochene Schnitt führt zu wechselnden Schnittkräften und thermischen Belastungen, weshalb Fräsmaschinen, Werkzeuge und Schneidstoffe exakt auf den jeweiligen Werkstoff und die Bearbeitungsaufgabe abgestimmt werden müssen. Erst das Zusammenspiel aus einer steifen Maschinenkonstruktion, geeigneten Fräswerkzeugen sowie optimal gewählten Schnittdaten ermöglicht eine hohe Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität und Prozesssicherheit – sowohl bei einfachen Werkstücken als auch bei komplexen Präzisionsbauteilen.
3. Wichtige Zerspangrößen beim Fräsen
Für ein wirtschaftliches und präzises Fräsergebnis müssen alle Zerspangrößen optimal aufeinander abgestimmt werden. Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung und Eingriffsbreite beeinflussen sich gegenseitig und wirken sich direkt auf Werkzeugstandzeit, Oberflächenqualität, Schnittkräfte und Bearbeitungszeit aus. Die folgende Übersicht erläutert die wichtigsten Kenngrößen.
| Zerspangröße | Einheit | Beschreibung |
|---|---|---|
| Schnittgeschwindigkeit (vc) | m/min | Beschreibt die Geschwindigkeit der Schneidkante relativ zum Werkstück. Sie wird an Werkstoff, Werkzeug und Bearbeitungsart angepasst. |
| Drehzahl (n) | min⁻¹ | Gibt die Anzahl der Spindelumdrehungen pro Minute an. Sie ergibt sich aus Werkzeugdurchmesser und gewünschter Schnittgeschwindigkeit. |
| Vorschubgeschwindigkeit (vf) | mm/min | Beschreibt die Geschwindigkeit, mit der sich das Werkzeug während der Bearbeitung bewegt. Sie beeinflusst Produktivität und Oberflächenqualität. |
| Vorschub je Zahn (fz) | mm/Zahn | Gibt an, welchen Weg jede Schneide pro Umdrehung zurücklegt. Wirkt sich direkt auf Spanbildung, Werkzeugbelastung und Oberflächengüte aus. |
| Axiale Schnitttiefe (ap) | mm | Bezeichnet die Zustellung des Fräsers in Werkzeugachsrichtung. Größere Zustellungen erhöhen die Spanmenge und die Maschinenbelastung. |
| Radiale Eingriffsbreite (ae) | mm | Beschreibt den seitlichen Eingriff des Fräsers in das Werkstück. Sie beeinflusst Schnittkräfte, Werkzeugverschleiß und Bearbeitungsstrategie. |
| Eingriffswinkel (φ) | Grad (°) | Gibt an, in dem sich die Schneiden gleichzeitig im Werkstück befinden. Er wirkt sich auf Spanbildung, Laufruhe und Schnittkräfte aus. |
| Zeitspanvolumen (Q) | cm³/min | Das Materialvolumen, das pro Minute abgetragen wird. Es dient als Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit eines Fräsprozesses. |
4. Merkmale und Einteilung der Fräsverfahren
4.1 Fräsverfahren nach Vorschubrichtung
Beim Fräsen wird zwischen Gleichlauffräsen und Gegenlauffräsen unterschieden. Maßgebend ist dabei die Vorschubrichtung des Werkstücks im Verhältnis zur Drehrichtung des Fräswerkzeugs. Beide Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich Spanbildung, Schnittkräften, Werkzeugbelastung und erreichbarer Oberflächenqualität. Während das Gleichlauffräsen heute überwiegend auf modernen CNC-Bearbeitungszentren eingesetzt wird, findet das Gegenlauffräsen vor allem bei konventionellen Fräsmaschinen oder speziellen Bearbeitungsaufgaben Anwendung.
| Merkmal | Gleichlauffräsen | Gegenlauffräsen |
|---|---|---|
| Vorschubrichtung | Entspricht der Drehrichtung des Fräsers. | Entgegengesetzt zur Drehrichtung des Fräsers. |
| Spanbildung | Die Spanstärke nimmt von dick nach dünn ab. | Die Spanstärke nimmt von dünn nach dick zu. |
| Schnittkräfte | Geringere Schnittkräfte und ruhiger Lauf. | Höhere Schnittkräfte und stärkere Belastung. |
| Oberflächenqualität | Meist bessere Oberflächen und höhere Maßgenauigkeit. | Oberflächen häufig etwas rauer. |
| Werkzeugverschleiß | In der Regel geringer. | Meist höher durch stärkere Reibung. |
| Typischer Einsatz | Moderne CNC-Fräsmaschinen. | Konventionelle Maschinen und Sonderanwendungen. |
4.2 Fräsverfahren nach der Bearbeitungsart
Fräsverfahren unterscheiden sich vor allem durch die Art des Materialabtrags und den Einsatzbereich. Abhängig von Bauteilgeometrie, Werkstoff und Bearbeitungsaufgabe kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, um ebene Flächen, Nuten, Konturen oder komplexe Freiformgeometrien präzise herzustellen.
| Fräsverfahren | Bearbeitungsprinzip | Typische Anwendungen |
|---|---|---|
| Planfräsen | Bearbeitung ebener Flächen mit der Stirnseite | Auflageflächen, Gehäuse |
| Umfangsfräsen | Materialabtrag über den Fräserumfang | Seitenflächen, Kanten |
| Nutfräsen | Herstellung gerader oder profilierter Nuten | Passfedernuten, Führungen |
| Profilfräsen | Fertigung komplexer Konturen | Freiformflächen, Profile |
| Formfräsen | Bearbeitung dreidimensionaler Formen | Werkzeug- und Formenbau |
| Taschenfräsen | Ausfräsen geschlossener Vertiefungen | Gehäuse, Aufnahmen |
| Schruppfräsen | Fräsen mit hohem Materialabtrag | Vorbearbeitung für Halbzeuge |
| Schlichtfräsen | Feinbearbeitung mit geringer Zustellung | Endbearbeitung und Oberflächenbearbeitung |
| Gewindefräsen | Herstellung von Innen- und Außengewinden | Gewindebohrungen |
| Tauchfräsen | Axiales Eintauchen in das Werkstück | Tiefe Taschen |
| Gleichlauffräsen | Vorschub in Drehrichtung des Fräsers | Moderne CNC-Bearbeitung |
| Gegenlauffräsen | Vorschub entgegen der Drehrichtung | Konventionelle Bearbeitung, Sonderfälle |
4.3 Moderne Frästechnologien
Moderne Frästechnologien erweitern die Möglichkeiten der klassischen Fräsbearbeitung erheblich, da CNC-gesteuerte Bearbeitungszentren, 5-Achs-Fräsen und HSC-Fräsen eine wirtschaftliche Herstellung komplexer Bauteile mit hoher Präzision, kurzen Bearbeitungszeiten und einer ausgezeichneten Oberflächenqualität ermöglichen.
| Technologie | Kurzbeschreibung | Mehr Informationen |
|---|---|---|
| CNC-Fräsen | Computergesteuerte Fertigung mit hoher Wiederholgenauigkeit. | → CNC-Fräsen |
| 5-Achs-Fräsen | Komplexe Bauteile in einer Aufspannung bearbeiten. | → 5-Achs-Fräsen |
| HSC-Fräsen | Hohe Schnittgeschwindigkeiten für Präzision und kurze Bearbeitungszeiten. | → HSC-Fräsen |
5. Der Fertigungsablauf beim Fräsen
Von der Planung bis zum fertigen Frästeil umfasst die Fräsbearbeitung mehrere aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte. Bereits vor der Zerspanung werden Werkstoff, Bearbeitungsstrategie und Werkzeuge festgelegt, um eine wirtschaftliche Fertigung und die geforderten Qualitätsmerkmale sicherzustellen.
1. Technische Planung
2. Arbeitsvorbereitung und Programmierung
3. Rüsten der Fräsmaschine
4. Fräsbearbeitung
5. Nachbearbeitung und Fertigstellung
6. Qualitätsprüfung
6. Erreichbare Genauigkeiten und Oberflächengüten
Die erreichbare Maßgenauigkeit und Oberflächenqualität beim Fräsen sind von verschiedenen Fertigungsfaktoren abhängig. Neben Werkstoff, Werkzeuggeometrie und Schnittdaten beeinflussen auch Maschinensteifigkeit, Spanntechnik sowie die Bearbeitungsstrategie das Endergebnis. Moderne CNC-Bearbeitungszentren ermöglichen dabei die wirtschaftliche Herstellung technischer Präzisionsfrästeile mit reproduzierbaren Toleranzen und sehr feinen Oberflächen.
| Qualitätsmerkmal | Typische Werte | Einflussfaktoren | Bedeutung in der Praxis |
|---|---|---|---|
| Maßgenauigkeit | ±0,01 bis ±0,05 mm | Maschine, Werkstoff, Spanntechnik | Entscheidet über die Passgenauigkeit des Bauteils. |
| Wiederholgenauigkeit | bis ±0,01 mm | CNC-Steuerung, Maschinenzustand | Wichtig für eine gleichbleibende Serienqualität. |
| Oberflächenrauheit | Ra 0,4–3,2 µm | Werkzeug, Vorschub, Schlichtbearbeitung | Beeinflusst Reibung, Verschleiß und Optik. |
| Form- und Lagetoleranzen | nach Zeichnung | Bearbeitungsstrategie, Messkontrolle | Sichern die Funktion von Baugruppen und Passungen. |
| Kantenqualität | gratarm bis gratfrei | Werkzeugzustand, Schnittdaten | Verringert den Nachbearbeitungsaufwand |
| Passgenauigkeit | je nach Toleranzklasse | Werkstoff, Temperatur, Messverfahren | Erleichtert die Montage und verbessert die Funktion. |
Hinweis: Engere Toleranzen und feinere Oberflächen sind möglich, erhöhen jedoch den Aufwand und erfordern eine präzise Abstimmung von Werkzeug, Werkstoff und Bearbeitungsstrategie.
7. Fräswerkzeuge und ihre Einsatzgebiete
Die Auswahl des passenden Fräswerkzeugs ist entscheidend für Bearbeitungsqualität, Maßhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und Fräsverfahren kommen dabei unterschiedliche Werkzeugformen zum Einsatz, die jeweils für bestimmte Bearbeitungsaufgaben entwickelt wurden.
| Fräswerkzeug | Merkmale | Typische Anwendungen | Geeignete Werkstoffe |
|---|---|---|---|
| Schaftfräser | Universell einsetzbar | Konturen, Taschen, Nuten | Stahl, Aluminium, Messing, Kunststoff |
| Planfräser | Große Stirnfläche | Planflächen | Stahl, Gusseisen, Aluminium |
| Kugelkopffräser | Kugelförmige Schneide | 3D-Flächen, Formenbau | Stahl, Werkzeugstahl, Kunststoff |
| Torusfräser | Radius an der Schneide | Schlichten, Freiformflächen | Stahl, Edelstahl, Aluminium |
| Nutfräser | Schmale Schneide | Nuten und Schlitze | Metall und Kunststoff |
| Scheibenfräser | Seitlicher Materialabtrag | Tiefe Nuten | Stahl, Edelstahl |
| T-Nutfräser | Spezielle Werkzeugform | T-förmige Nuten | Stahl, Gusseisen |
| Gewindefräser | Gewinde herstellen | Innen- und Außengewinde | Stahl, Edelstahl, Aluminium |
| Formfräser | Profilierte Schneiden | Sonderprofile und Werkzeugbau | Stahl, Messing, Kunststoff |
8. Fräsbare Werkstoffe im Überblick
Von weichen Kunststoffen bis hin zu hochfesten Stählen ist Fräsen für eine Vielzahl unterschiedlicher Werkstoffe geeignet. Je nach Material unterscheiden sich Zerspanbarkeit, Werkzeugwahl, Schnittdaten und Kühlschmierung teilweise erheblich. Die Auswahl des geeigneten Werkstoffs richtet sich nach den mechanischen Anforderungen, Korrosionsbeständigkeit, Gewicht und dem Einsatzbereich des Bauteils. Gleichzeitig beeinflusst der Werkstoff die erreichbare Maßgenauigkeit, Oberflächenqualität, Bearbeitungszeit und die Wirtschaftlichkeit der Fertigung.
| Werkstoff | Eigenschaften | Gut fräsbare Legierungen | Weitere Informationen |
|---|---|---|---|
| Stahl | Hohe Festigkeit und Belastbarkeit | S235JR, C45E, 42CrMo4, 16MnCr5 | → Stahl-Fräsen |
| Edelstahl | Korrosionsbeständig und langlebig | 1.4301, 1.4305, 1.4404, 1.4571 | → Edelstahl-Fräsen |
| Aluminium | Geringes Gewicht und gute Zerspanbarkeit | EN AW-2007, 2017A, 6082, 7075 | → Aluminium-Fräsen |
| Messing | Sehr gute Zerspanbarkeit | CW614N, CW617N, CW724R | → Messing-Fräsen |
| Kunststoff | Leicht und vielseitig bearbeitbar | POM, PA6, PE-HD, PEEK, PTFE | → Kunststoff-Fräsen |
Hinweis: Jeder Werkstoff stellt unterschiedliche Anforderungen an Fräswerkzeuge, Schnittgeschwindigkeiten und Kühlschmierstoffe. Durch die optimale Abstimmung aller Bearbeitungsparameter lassen sich sowohl wirtschaftliche Fertigungsprozesse als auch präzise Oberflächen und enge Toleranzen realisieren.
9. Häufige Fragen zum Fräsen
Was bedeutet Fräsen?
Was sind die wichtigsten Fräsverfahren?
Was unterscheidet Gleichlauf- und Gegenlauffräsen?
Welche Genauigkeiten sind beim Fräsen möglich?
Weitere Fragen und Antworten
Fräsen beruht auf einer materialabtragenden Funktionsweise mit speziellen Fräswerkzeugen, welche sich mit hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse drehen und mit rotationsförmigen Bewegungen das Material spanförmig von der Oberfläche formgenau abtragen.
CNC steht für „Computerized Numerical Control“ (computergestützte numerische Steuerung) und bezieht sich auf eine Fräsmaschine mit einer vollautomatisierten Steuerung. Diese Programme geben der Maschine präzise Anweisungen zu Bewegungen und Bearbeitungsschritten, um Werkstücke mit hoher Genauigkeit und Wiederholbarkeit zu fertigen. CNC-Maschinen finden breite Anwendung in der Fertigungsindustrie, da sie komplexe Formen effizient und mit minimalem menschlichen Eingreifen herstellen können.
Die Zerspanbarkeit gilt als eine zentrale Eigenschaft von Werkstoffen im Maschinenbau und beschreibt, wie einfach sich ein Material durch Verfahren wie Fräsen, Drehen oder Bohren bearbeiten lässt. Zu gut zerspanbaren Materialien zählen beispielsweise bestimmte Stahlsorten (wie S235, S355, C60E, 11SMn30, 16MnCrS5), rostfreie Stähle (1.4301, 1.4305, 1.4542, 1.4021), Aluminiumlegierungen (EN AW-2007, EN AW-2017, EN AW-5083), Werkzeugstähle sowie Metalle wie Messing, Kupfer, Gusseisen, Titan und Kunststoffe wie PVC, PMMA, POM, PEEK, PTFE, PVDF und andere.
Um bestmögliche Ergebnisse beim Fräsen zu erzielen, sollten folgende Aspekte bei der Materialauswahl berücksichtigt werden: Ist der Werkstoff generell gut zerspanbar? Welche mechanischen Eigenschaften weist er auf? Ist das Material korrosionsbeständig und gut schweißbar? Wie steht es um die thermische und elektrische Leitfähigkeit? Zudem sollte geprüft werden, ob ein endformnaher Konstruktionswerkstoff genutzt werden kann.
Hochgeschwindigkeitsfräsen (engl. High-Speed-Cutting) ist ein spezielles Fräsverfahren mit hohen Vorschub- und Schnittgeschwindigkeiten von bis zu 8000m/min und einem bis zu 30-fach größerem Zeitspanungsvolumen gegenüber konventionellen Zerspanungsverfahren.
Drehen und Fräsen sind spanende Fertigungsverfahren, mit welchen Metalle, Kunststoffe oder Holz in eine im Vorfeld festgelegte Form gebracht werden. Ein grundsätzlicher Unterschied dieser beiden Verfahren besteht darin, dass das Werkstück beim Fräsen fest eingespannt ist und die Zerspanung durch die rotierenden Bewegungen des Fräswerkzeuges erfolgt. Dagegen bewegt sich beim Drehen das zu bearbeitende Material um die eigene Achse und führt mit seiner kreisförmigen Rotation die Hauptschnittbewegung aus, während das fest eingespannte Drehwerkzeug auf einem Schlitten entsprechend der Formgebung am Werkstück entlang bewegt wird.
Nach DIN 8589 zählt Fräsen zu den Verfahren Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden und dient der Herstellung planer Flächen und rotationssymmetrischer Teile. Wesentliche Aufgabe dieses Zerspanverfahrens ist die präzise Formgebung von Metall, Kunststoff oder Holz, weshalb die richtigen Zerspangrößen und Schnittgeschwindigkeit wichtige Merkmale für toleranzgenaue Fräsung sind. Beim Bearbeitungsprozess ist das Werkstück fest eingespannt, während das Fräswerkzeug entlang der vorgegebenen Kontur entlang geführt wird und mit rotationsförmigen Bewegungen das Material entfernt. Dabei unterscheidet man nach der Laufrichtung in Gegenlauf- und Gleichlauffräsen, der zu fräsenden Flächenform in Plan-, Eck- und Formfräsen sowie nach der Lage der Fräserschneiden.
CAD steht für „computer aided design“ und bezeichnet Softwareprogramme, welche eine rechnerbasierte Konstruktion von Bauteilen ermöglicht. Dabei werden mit speziellen CAD-Programmen detailgenaue 3D-Modelle des gewünschten Bauteils erzeugt, weshalb Fehler im Konstruktionsprozess schon im Vorfeld vermieden werden und eine optimale Funktionsfähigkeit der Frästeile garantiert ist.
Stirnfräsen ermöglicht die Herstellung planer Flächen mit einem ratterfreien Werkzeugverlauf und einer hervorragenden Oberflächengüte. Dabei zerspanen die Umfangsschneiden das Material, während die Stirnschneiden im selben Arbeitsschritt die Oberflächen schlichten. Die Krafteinwirkung von Gleichlauf und Gegenlauf gleichen sich bei einer symetrischen Position des Fräswerkzeuges zum Werkstück dabei aus.
Die Kosten für eine Stunde Lohnfräsen liegen in der Regel zwischen 50 und 150 Euro, abhängig von Faktoren wie Maschinen- und Werkzeugtyp, Material, Komplexität des Werkstücks und Region. Hochpräzise Arbeiten mit spezialisierten CNC-Maschinen oder aufwendigen Bearbeitungsschritten sind meist teurer. Kleinere Aufträge oder Standardbearbeitungen können dagegen günstiger ausfallen.
Neben Google liefern branchenbezogene Portal wie fraesteile-marktplatz.de brauchbare Ergebnisse mit allen wichtigen Kontakt- und Fertigungsinformationen zu Fachbetrieben der Fräsbearbeitung.
Weblinks zu weiteren spanenden Fertigungsverfahren
Erodieren
Erodieren ist ein abtragendes Bearbeitungsverfahren für alle elektrisch leitenden Werkstoffe. Man unterscheidet dabei zwischen dem Draht- und Senkerodieren.
Hier wird das Drahterodieren und die Senkerosion praxisnah erklärt.
Drehbearbeitung
Drehen ist ein weiteres spanendes Fertigungsverfahren. Erfahren Sie wie diese Technik funktioniert und welche Vorteile die Drehbearbeitung ermöglicht.
Mehr über die Funktionsweise erfahren Sie hier.



