Fräsen - Funktionsprinzip, Grundlagen und Verfahren

Grundlagen, Funktionsprinzip, Verfahren und Anwendungen der Frästechnik einfach und praxisnah erklärt

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Praxisnahes Fachwissen zum Fräsen

Wie funktioniert Fräsen, welche Verfahren werden unterschieden und welche Werkstoffe lassen sich bearbeiten? Hier erhalten Sie einen leicht verständlichen Überblick über das Fräsen als spanendes Fertigungsverfahren – von den technischen Grundlagen bis zu Maschinen, Werkzeugen und wichtigen Zerspangrößen.

1. Einordnung des Fräsens nach DIN 8580 und DIN 8589

Nach DIN 8580 gehört das Fräsen zur Hauptgruppe Trennen. Innerhalb dieser Hauptgruppe wird es dem Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden zugeordnet. Die Anzahl, Form und Lage der Schneiden am Fräswerkzeug sind dabei eindeutig festgelegt. Die genauere Einordnung, Unterteilung und Benennung des Fräsens beschreibt DIN 8589-3.

Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden:

  • Fräsen, Drehen, Bohren, Sägen, Räumen

Spanen mit geometrisch unbestimmten Schneiden:

  • Schleifen, Honen, Läppen, Strahlspanen, Gleitspanen

2. Merkmale und Funktionsweise der Fräsbearbeitung

Fräsen ist ein spanendes Fertigungsverfahren zur Herstellung von Bauteilen mit ebenen Flächen, Konturen, Nuten und komplexen 3D-Geometrien. Nach DIN 8589 gehört das Verfahren zum Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden, da Form und Anordnung der Schneidkanten des Fräswerkzeugs eindeutig definiert sind. Charakteristisch für die Fräsbearbeitung ist dabei die rotierende Hauptbewegung des Werkzeugs, während das Werkstück oder das Werkzeug zusätzlich eine Vorschubbewegung ausführt. Die einzelnen Schneiden greifen dabei nacheinander in den Werkstoff ein und tragen das Material spanweise ab. Dieser unterbrochene Schnitt führt zu wechselnden Schnittkräften und thermischen Belastungen, weshalb Fräsmaschinen, Werkzeuge und Schneidstoffe exakt auf den jeweiligen Werkstoff und die Bearbeitungsaufgabe abgestimmt werden müssen. Erst das Zusammenspiel aus einer steifen Maschinenkonstruktion, geeigneten Fräswerkzeugen sowie optimal gewählten Schnittdaten ermöglicht eine hohe Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität und Prozesssicherheit – sowohl bei einfachen Werkstücken als auch bei komplexen Präzisionsbauteilen.

graphische Darstellung des Fräsvorgangs beim Fräsen einer planen Fläche mit Beschreibung der einzelnen Komponenten

3. Wichtige Zerspangrößen beim Fräsen

Für ein wirtschaftliches und präzises Fräsergebnis müssen alle Zerspangrößen optimal aufeinander abgestimmt werden. Schnittgeschwindigkeit, Vorschub, Zustellung und Eingriffsbreite beeinflussen sich gegenseitig und wirken sich direkt auf Werkzeugstandzeit, Oberflächenqualität, Schnittkräfte und Bearbeitungszeit aus. Die folgende Übersicht erläutert die wichtigsten Kenngrößen.

ZerspangrößeEinheitBeschreibung
Schnittgeschwindigkeit (vc)m/minBeschreibt die Geschwindigkeit der Schneidkante relativ zum Werkstück. Sie wird an Werkstoff, Werkzeug und Bearbeitungsart angepasst.
Drehzahl (n)min⁻¹Gibt die Anzahl der Spindelumdrehungen pro Minute an. Sie ergibt sich aus Werkzeugdurchmesser und gewünschter Schnittgeschwindigkeit.
Vorschubgeschwindigkeit (vf)mm/minBeschreibt die Geschwindigkeit, mit der sich das Werkzeug während der Bearbeitung bewegt. Sie beeinflusst Produktivität und Oberflächenqualität.
Vorschub je Zahn (fz)mm/ZahnGibt an, welchen Weg jede Schneide pro Umdrehung zurücklegt. Wirkt sich direkt auf Spanbildung, Werkzeugbelastung und Oberflächengüte aus.
Axiale Schnitttiefe (ap)mmBezeichnet die Zustellung des Fräsers in Werkzeugachsrichtung. Größere Zustellungen erhöhen die Spanmenge und die Maschinenbelastung.
Radiale Eingriffsbreite (ae)mmBeschreibt den seitlichen Eingriff des Fräsers in das Werkstück. Sie beeinflusst Schnittkräfte, Werkzeugverschleiß und Bearbeitungsstrategie.
Eingriffswinkel (φ)Grad (°)Gibt an, in dem sich die Schneiden gleichzeitig im Werkstück befinden. Er wirkt sich auf Spanbildung, Laufruhe und Schnittkräfte aus.
Zeitspanvolumen (Q)cm³/minDas Materialvolumen, das pro Minute abgetragen wird. Es dient als Kennzahl für die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit eines Fräsprozesses.

4. Merkmale und Einteilung der Fräsverfahren

4.1 Fräsverfahren nach Vorschubrichtung

Beim Fräsen wird zwischen Gleichlauffräsen und Gegenlauffräsen unterschieden. Maßgebend ist dabei die Vorschubrichtung des Werkstücks im Verhältnis zur Drehrichtung des Fräswerkzeugs. Beide Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich Spanbildung, Schnittkräften, Werkzeugbelastung und erreichbarer Oberflächenqualität. Während das Gleichlauffräsen heute überwiegend auf modernen CNC-Bearbeitungszentren eingesetzt wird, findet das Gegenlauffräsen vor allem bei konventionellen Fräsmaschinen oder speziellen Bearbeitungsaufgaben Anwendung.

Darstellung des Fräsvorgangs beim Gegenlauffräsen einer planen Fläche mit Beschreibung der Vorschubrichtung

Darstellung des Fräsvorgangs beim Gleichlauffräsen einer planen Fläche mit Beschreibung der einzelnen Komponenten

MerkmalGleichlauffräsenGegenlauffräsen
VorschubrichtungEntspricht der Drehrichtung des Fräsers.Entgegengesetzt zur Drehrichtung des Fräsers.
SpanbildungDie Spanstärke nimmt von dick nach dünn ab.Die Spanstärke nimmt von dünn nach dick zu.
SchnittkräfteGeringere Schnittkräfte und ruhiger Lauf.Höhere Schnittkräfte und stärkere Belastung.
OberflächenqualitätMeist bessere Oberflächen und höhere Maßgenauigkeit.Oberflächen häufig etwas rauer.
WerkzeugverschleißIn der Regel geringer.Meist höher durch stärkere Reibung.
Typischer EinsatzModerne CNC-Fräsmaschinen.Konventionelle Maschinen und Sonderanwendungen.

4.2 Fräsverfahren nach der Bearbeitungsart

Fräsverfahren unterscheiden sich vor allem durch die Art des Materialabtrags und den Einsatzbereich. Abhängig von Bauteilgeometrie, Werkstoff und Bearbeitungsaufgabe kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, um ebene Flächen, Nuten, Konturen oder komplexe Freiformgeometrien präzise herzustellen.

FräsverfahrenBearbeitungsprinzipTypische Anwendungen
PlanfräsenBearbeitung ebener Flächen mit der StirnseiteAuflageflächen, Gehäuse
UmfangsfräsenMaterialabtrag über den FräserumfangSeitenflächen, Kanten
NutfräsenHerstellung gerader oder profilierter NutenPassfedernuten, Führungen
ProfilfräsenFertigung komplexer KonturenFreiformflächen, Profile
FormfräsenBearbeitung dreidimensionaler FormenWerkzeug- und Formenbau
TaschenfräsenAusfräsen geschlossener VertiefungenGehäuse, Aufnahmen
SchruppfräsenFräsen mit hohem MaterialabtragVorbearbeitung für Halbzeuge
SchlichtfräsenFeinbearbeitung mit geringer ZustellungEndbearbeitung und Oberflächenbearbeitung
GewindefräsenHerstellung von Innen- und AußengewindenGewindebohrungen
TauchfräsenAxiales Eintauchen in das WerkstückTiefe Taschen
GleichlauffräsenVorschub in Drehrichtung des FräsersModerne CNC-Bearbeitung
GegenlauffräsenVorschub entgegen der DrehrichtungKonventionelle Bearbeitung, Sonderfälle

4.3 Moderne Frästechnologien

Moderne Frästechnologien erweitern die Möglichkeiten der klassischen Fräsbearbeitung erheblich, da CNC-gesteuerte Bearbeitungszentren, 5-Achs-Fräsen und HSC-Fräsen eine wirtschaftliche Herstellung komplexer Bauteile mit hoher Präzision, kurzen Bearbeitungszeiten und einer ausgezeichneten Oberflächenqualität ermöglichen.

TechnologieKurzbeschreibungMehr Informationen
CNC-FräsenComputergesteuerte Fertigung mit hoher Wiederholgenauigkeit.→ CNC-Fräsen
5-Achs-FräsenKomplexe Bauteile in einer Aufspannung bearbeiten.→ 5-Achs-Fräsen
HSC-FräsenHohe Schnittgeschwindigkeiten für Präzision und kurze Bearbeitungszeiten.→ HSC-Fräsen

5. Der Fertigungsablauf beim Fräsen

Von der Planung bis zum fertigen Frästeil umfasst die Fräsbearbeitung mehrere aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte. Bereits vor der Zerspanung werden Werkstoff, Bearbeitungsstrategie und Werkzeuge festgelegt, um eine wirtschaftliche Fertigung und die geforderten Qualitätsmerkmale sicherzustellen.

1. Technische Planung

Die technischen Unterlagen werden hinsichtlich Werkstoff, Bauteilgeometrie, Toleranzen und Bearbeitungsstrategie geprüft. Anschließend werden die geeignete Fräsmaschine sowie die benötigten Werkzeuge und Spannmittel festgelegt.

2. Arbeitsvorbereitung und Programmierung

Auf Grundlage einer professionellen Planung werden die CNC-Programme erstellt sowie Werkzeugbahnen, Schnittdaten und Bearbeitungsreihenfolgen für eine wirtschaftliche und bedarfsgerechte Fräsbearbeitung definiert.

3. Rüsten der Fräsmaschine

Werkstück, Spannmittel und Fräswerkzeuge werden eingerichtet und vermessen. Vor Fertigungsbeginn werden alle Programme sowie die Maschineneinstellungen nochmals sorgfältig überprüft, getestet und freigegeben.

4. Fräsbearbeitung

Das Werkstück wird mit den festgelegten Bearbeitungsparametern spanend bearbeitet. Je nach Bauteilgeometrie kommen dabei unterschiedliche Fräsverfahren und Werkzeuge zum Einsatz, die das Material bis zur gewünschten Form von der Oberfläche abtragen.

5. Nachbearbeitung und Fertigstellung

Nach der CNC-Bearbeitung erfolgen bei Bedarf nachfolgende Arbeitsschritte wie Entgraten, Schleifen, Gewindeschneiden oder Oberflächenbehandlungen. Anschließend werden die Frästeile gereinigt und für den weiteren Einsatz vorbereitet.

6. Qualitätsprüfung

Abschließend werden Maße, Form- und Lagetoleranzen sowie Oberflächen kontrolliert. Je nach Anforderung kommen Messschieber, Koordinatenmessmaschinen oder optische Messsysteme zum Einsatz, um die geforderten Qualitätsmerkmale zuverlässig zu überprüfen.

6. Erreichbare Genauigkeiten und Oberflächengüten

Die erreichbare Maßgenauigkeit und Oberflächenqualität beim Fräsen sind von verschiedenen Fertigungsfaktoren abhängig. Neben Werkstoff, Werkzeuggeometrie und Schnittdaten beeinflussen auch Maschinensteifigkeit, Spanntechnik sowie die Bearbeitungsstrategie das Endergebnis. Moderne CNC-Bearbeitungszentren ermöglichen dabei die wirtschaftliche Herstellung technischer Präzisionsfrästeile mit reproduzierbaren Toleranzen und sehr feinen Oberflächen.

QualitätsmerkmalTypische WerteEinflussfaktorenBedeutung in der Praxis
Maßgenauigkeit±0,01 bis ±0,05 mmMaschine, Werkstoff, SpanntechnikEntscheidet über die Passgenauigkeit des Bauteils.
Wiederholgenauigkeitbis ±0,01 mmCNC-Steuerung, MaschinenzustandWichtig für eine gleichbleibende Serienqualität.
OberflächenrauheitRa 0,4–3,2 µmWerkzeug, Vorschub, SchlichtbearbeitungBeeinflusst Reibung, Verschleiß und Optik.
Form- und Lagetoleranzennach ZeichnungBearbeitungsstrategie, MesskontrolleSichern die Funktion von Baugruppen und Passungen.
Kantenqualitätgratarm bis gratfreiWerkzeugzustand, SchnittdatenVerringert den Nachbearbeitungsaufwand
Passgenauigkeitje nach ToleranzklasseWerkstoff, Temperatur, MessverfahrenErleichtert die Montage und verbessert die Funktion.

Hinweis: Engere Toleranzen und feinere Oberflächen sind möglich, erhöhen jedoch den Aufwand und erfordern eine präzise Abstimmung von Werkzeug, Werkstoff und Bearbeitungsstrategie.

7. Fräswerkzeuge und ihre Einsatzgebiete

Die Auswahl des passenden Fräswerkzeugs ist entscheidend für Bearbeitungsqualität, Maßhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und Fräsverfahren kommen dabei unterschiedliche Werkzeugformen zum Einsatz, die jeweils für bestimmte Bearbeitungsaufgaben entwickelt wurden.

FräswerkzeugMerkmaleTypische AnwendungenGeeignete Werkstoffe
SchaftfräserUniversell einsetzbarKonturen, Taschen, NutenStahl, Aluminium, Messing, Kunststoff
PlanfräserGroße StirnflächePlanflächenStahl, Gusseisen, Aluminium
KugelkopffräserKugelförmige Schneide3D-Flächen, FormenbauStahl, Werkzeugstahl, Kunststoff
TorusfräserRadius an der SchneideSchlichten, FreiformflächenStahl, Edelstahl, Aluminium
NutfräserSchmale SchneideNuten und SchlitzeMetall und Kunststoff
ScheibenfräserSeitlicher MaterialabtragTiefe NutenStahl, Edelstahl
T-NutfräserSpezielle WerkzeugformT-förmige NutenStahl, Gusseisen
GewindefräserGewinde herstellenInnen- und AußengewindeStahl, Edelstahl, Aluminium
FormfräserProfilierte SchneidenSonderprofile und WerkzeugbauStahl, Messing, Kunststoff

8. Fräsbare Werkstoffe im Überblick

Von weichen Kunststoffen bis hin zu hochfesten Stählen ist Fräsen für eine Vielzahl unterschiedlicher Werkstoffe geeignet. Je nach Material unterscheiden sich Zerspanbarkeit, Werkzeugwahl, Schnittdaten und Kühlschmierung teilweise erheblich. Die Auswahl des geeigneten Werkstoffs richtet sich nach den mechanischen Anforderungen, Korrosionsbeständigkeit, Gewicht und dem Einsatzbereich des Bauteils. Gleichzeitig beeinflusst der Werkstoff die erreichbare Maßgenauigkeit, Oberflächenqualität, Bearbeitungszeit und die Wirtschaftlichkeit der Fertigung.

WerkstoffEigenschaftenGut fräsbare LegierungenWeitere Informationen
StahlHohe Festigkeit und BelastbarkeitS235JR, C45E, 42CrMo4, 16MnCr5→ Stahl-Fräsen
EdelstahlKorrosionsbeständig und langlebig1.4301, 1.4305, 1.4404, 1.4571→ Edelstahl-Fräsen
AluminiumGeringes Gewicht und gute ZerspanbarkeitEN AW-2007, 2017A, 6082, 7075→ Aluminium-Fräsen
MessingSehr gute ZerspanbarkeitCW614N, CW617N, CW724R→ Messing-Fräsen
KunststoffLeicht und vielseitig bearbeitbarPOM, PA6, PE-HD, PEEK, PTFE→ Kunststoff-Fräsen

Hinweis: Jeder Werkstoff stellt unterschiedliche Anforderungen an Fräswerkzeuge, Schnittgeschwindigkeiten und Kühlschmierstoffe. Durch die optimale Abstimmung aller Bearbeitungsparameter lassen sich sowohl wirtschaftliche Fertigungsprozesse als auch präzise Oberflächen und enge Toleranzen realisieren.

9. Häufige Fragen zum Fräsen

Was bedeutet Fräsen?

Fräsen ist nach DIN 8589 ein spanendes Fertigungsverfahren mit geometrisch bestimmten Schneiden. Ein rotierendes Werkzeug trägt das Material schrittweise vom Werkstück ab. Der Vorschub erfolgt dabei senkrecht oder schräg zur Rotationsachse des Werkzeugs und ermöglicht eine präzise Formgebung einfacher und komplexer Werkstücke.
Was sind die wichtigsten Fräsverfahren?
Zu den wichtigsten Fräsverfahren nach DIN 8589 zählen Planfräsen, Rundfräsen, Profilfräsen und Formfräsen. Darüber hinaus kommen je nach Bearbeitungsaufgabe oft auch Nutfräsen, Taschenfräsen sowie Schrupp- und Schlichtfräsen zum Einsatz. Moderne Frästechnologien wie CNC-, 5-Achs- oder HSC-Fräsen erweitern die Möglichkeiten der Fräsbearbeitung zusätzlich.
Was unterscheidet Gleichlauf- und Gegenlauffräsen?
Beim Gegenlauffräsen verlaufen Vorschub und Fräserdrehung entgegengesetzt, wodurch die Spanungsdicke von dünn nach dick zunimmt. Beim Gleichlauffräsen bewegen sich beide in die gleiche Richtung. Die Spanungsdicke nimmt dabei von dick nach dünn ab, was häufig bessere Oberflächen und einen geringeren Werkzeugverschleiß ermöglicht.

Welche Genauigkeiten sind beim Fräsen möglich?

Die erreichbare Bauteilegenauigkeit ist beim Fräsen von Werkstoff, Fräsmaschine, Werkzeug, Bearbeitungsstrategie und Bauteilgeometrie abhängig. Moderne CNC-Fräsmaschinen erreichen häufig Toleranzen von etwa ±0,01 bis ±0,05 mm sowie Oberflächenrauheiten bis etwa Ra 0,4 µm bei der Schlichtbearbeitung.

Weitere Fragen und Antworten

Fräsen beruht auf einer materialabtragenden Funktionsweise mit speziellen Fräswerkzeugen, welche sich mit hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse drehen und mit rotationsförmigen Bewegungen das Material spanförmig von der Oberfläche formgenau abtragen.

CNC steht für „Computerized Numerical Control“ (computergestützte numerische Steuerung) und bezieht sich auf eine Fräsmaschine mit einer vollautomatisierten Steuerung. Diese Programme geben der Maschine präzise Anweisungen zu Bewegungen und Bearbeitungsschritten, um Werkstücke mit hoher Genauigkeit und Wiederholbarkeit zu fertigen. CNC-Maschinen finden breite Anwendung in der Fertigungsindustrie, da sie komplexe Formen effizient und mit minimalem menschlichen Eingreifen herstellen können.

Die Zerspanbarkeit gilt als eine zentrale Eigenschaft von Werkstoffen im Maschinenbau und beschreibt, wie einfach sich ein Material durch Verfahren wie Fräsen, Drehen oder Bohren bearbeiten lässt. Zu gut zerspanbaren Materialien zählen beispielsweise bestimmte Stahlsorten (wie S235, S355, C60E, 11SMn30, 16MnCrS5), rostfreie Stähle (1.4301, 1.4305, 1.4542, 1.4021), Aluminiumlegierungen (EN AW-2007, EN AW-2017, EN AW-5083), Werkzeugstähle sowie Metalle wie Messing, Kupfer, Gusseisen, Titan und Kunststoffe wie PVC, PMMA, POM, PEEK, PTFE, PVDF und andere.

Um bestmögliche Ergebnisse beim Fräsen zu erzielen, sollten folgende Aspekte bei der Materialauswahl berücksichtigt werden: Ist der Werkstoff generell gut zerspanbar? Welche mechanischen Eigenschaften weist er auf? Ist das Material korrosionsbeständig und gut schweißbar? Wie steht es um die thermische und elektrische Leitfähigkeit? Zudem sollte geprüft werden, ob ein endformnaher Konstruktionswerkstoff genutzt werden kann.

Hochgeschwindigkeitsfräsen (engl. High-Speed-Cutting) ist ein spezielles Fräsverfahren mit hohen Vorschub- und Schnittgeschwindigkeiten von bis zu 8000m/min und einem bis zu 30-fach größerem Zeitspanungsvolumen gegenüber konventionellen Zerspanungsverfahren.

Drehen und Fräsen sind spanende Fertigungsverfahren, mit welchen Metalle, Kunststoffe oder Holz in eine im Vorfeld festgelegte Form gebracht werden. Ein grundsätzlicher Unterschied dieser beiden Verfahren besteht darin, dass das Werkstück beim Fräsen fest eingespannt ist und die Zerspanung durch die rotierenden Bewegungen des Fräswerkzeuges erfolgt. Dagegen bewegt sich beim Drehen das zu bearbeitende Material um die eigene Achse und führt mit seiner kreisförmigen Rotation die Hauptschnittbewegung aus, während das fest eingespannte Drehwerkzeug auf einem Schlitten entsprechend der Formgebung am Werkstück entlang bewegt wird.

Nach DIN 8589 zählt Fräsen zu den Verfahren Spanen mit geometrisch bestimmten Schneiden und dient der Herstellung planer Flächen und rotationssymmetrischer Teile. Wesentliche Aufgabe dieses Zerspanverfahrens ist die präzise Formgebung von Metall, Kunststoff oder Holz, weshalb die richtigen Zerspangrößen und Schnittgeschwindigkeit wichtige Merkmale für toleranzgenaue Fräsung sind. Beim Bearbeitungsprozess ist das Werkstück fest eingespannt, während das Fräswerkzeug entlang der vorgegebenen Kontur entlang geführt wird und mit rotationsförmigen Bewegungen das Material entfernt. Dabei unterscheidet man nach der Laufrichtung in Gegenlauf- und Gleichlauffräsen, der zu fräsenden Flächenform in Plan-, Eck- und Formfräsen sowie nach der Lage der Fräserschneiden.

CAD steht für „computer aided design“ und bezeichnet Softwareprogramme, welche eine rechnerbasierte Konstruktion von Bauteilen ermöglicht. Dabei werden mit speziellen CAD-Programmen detailgenaue 3D-Modelle des gewünschten Bauteils erzeugt, weshalb Fehler im Konstruktionsprozess schon im Vorfeld vermieden werden und eine optimale Funktionsfähigkeit der Frästeile garantiert ist.

Stirnfräsen ermöglicht die Herstellung planer Flächen mit einem ratterfreien Werkzeugverlauf und einer hervorragenden Oberflächengüte. Dabei zerspanen die Umfangsschneiden das Material, während die Stirnschneiden im selben Arbeitsschritt die Oberflächen schlichten. Die Krafteinwirkung von Gleichlauf und Gegenlauf gleichen sich bei einer symetrischen Position des Fräswerkzeuges zum Werkstück dabei aus.

Die Kosten für eine Stunde Lohnfräsen liegen in der Regel zwischen 50 und 150 Euro, abhängig von Faktoren wie Maschinen- und Werkzeugtyp, Material, Komplexität des Werkstücks und Region. Hochpräzise Arbeiten mit spezialisierten CNC-Maschinen oder aufwendigen Bearbeitungsschritten sind meist teurer. Kleinere Aufträge oder Standardbearbeitungen können dagegen günstiger ausfallen.

Neben Google liefern branchenbezogene Portal wie fraesteile-marktplatz.de brauchbare Ergebnisse mit allen wichtigen Kontakt- und Fertigungsinformationen zu Fachbetrieben der Fräsbearbeitung.

Weblinks zu weiteren spanenden Fertigungsverfahren

Erodieren

Erodieren ist ein abtragendes Bearbeitungsverfahren für alle elektrisch leitenden Werkstoffe. Man unterscheidet dabei zwischen dem Draht- und Senkerodieren.

Hier wird das Drahterodieren und die Senkerosion praxisnah erklärt.

Drehbearbeitung

Drehen ist ein weiteres spanendes Fertigungsverfahren. Erfahren Sie wie diese Technik funktioniert und welche Vorteile die Drehbearbeitung ermöglicht.

Mehr über die Funktionsweise erfahren Sie hier.