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Stahl fräsen lassen
CNC-Fräsen von gehärtetem Stahl
Fräsbearbeitung von Nitrierstahl
Fräsen von Einsatzstahl
Frästeile aus Automatenstahl
CNC-Frästeile aus Vergütungsstahl
Fräsen von nichtrostenden Stählen
Werkzeugstahl fräsen lassen
Merkmale des Stahlfräsens
Im Gegensatz zu Aluminium besitzt Stahl eine deutlich höhere Festigkeit und Härte. Dadurch steigen die Schnittkräfte während der CNC-Bearbeitung erheblich an. Gleichzeitig unterscheiden sich die verschiedenen Stahllegierungen teilweise deutlich hinsichtlich ihrer Zerspanbarkeit. Unlegierte Baustähle lassen sich vergleichsweise problemlos bearbeiten, während hochfeste Vergütungsstähle oder verschleißbeständige Werkzeugstähle wesentlich höhere Anforderungen an Werkzeug und Maschine stellen. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Spanbildung. Gut zerspanbare Automatenstähle erzeugen kurze, kontrollierbare Späne. Zähere Werkstoffe bilden dagegen häufig längere Späne, die zuverlässig abgeführt werden müssen, um Werkzeug und Werkstück nicht zu beschädigen. Deshalb spielt die richtige Wahl der Frässtrategie eine ebenso große Rolle wie die Auswahl des Werkstoffs selbst.
Maschinen und Werkzeuge zum Fräsen von Stahl
Zum Fräsen von Stahl kommen überwiegend CNC-Bearbeitungszentren mit hoher Steifigkeit zum Einsatz. Massive Maschinenbetten, spielfreie Linearführungen und leistungsstarke Motorspindeln sorgen dafür, dass auch bei hohen Schnittkräften eine ruhige Bearbeitung gewährleistet bleibt. Gerade bei größeren Werkzeugen oder langen Auskragungen entscheidet die Maschinenstabilität oft über die erreichbare Präzision. Je nach Bauteilgeometrie erfolgt die Bearbeitung auf 3-Achs-, 4-Achs- oder 5-Achs-Fräsmaschinen. Während einfache prismatische Bauteile häufig auf klassischen Bearbeitungszentren entstehen, ermöglichen 5-Achs-Maschinen die Fertigung komplexer Konturen und Hinterschneidungen in einer einzigen Aufspannung. Das reduziert Fertigungszeit und minimiert Lagefehler. Bei den Werkzeugen dominieren heute Vollhartmetallfräser. Sie verbinden hohe Verschleißfestigkeit mit einer ausgezeichneten Schneidleistung. Für Schruppbearbeitungen kommen häufig Hochvorschubfräser oder Eckfräser mit Wendeschneidplatten zum Einsatz, da sie große Spanvolumen wirtschaftlich abtragen können. Für Schlichtoperationen werden dagegen präzise Schaft-, Torus- oder Kugelfräser verwendet, um enge Toleranzen und feine Oberflächen zu erzielen.
Drehzahlen und Schnittdaten beim Stahlfräsen
Die Wahl geeigneter Schnittparameter entscheidet maßgeblich über die Wirtschaftlichkeit der Fertigung. Anders als häufig angenommen, führen besonders hohe Drehzahlen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Vielmehr müssen Drehzahl, Vorschub und Schnitttiefe exakt auf Werkstoff, Werkzeug und Maschinenleistung abgestimmt werden. Bei unlegierten Baustählen liegen typische Schnittgeschwindigkeiten häufig zwischen 120 und 250 m/min. Vergütungsstähle werden meist mit etwa 80 bis 180 m/min bearbeitet. Hochfeste Werkzeugstähle erfordern oftmals nochmals reduzierte Werte, um Werkzeug und Maschine nicht unnötig zu belasten. Ebenso wichtig ist der Vorschub pro Zahn. Ist dieser zu gering, reiben die Schneiden eher über die Oberfläche, als dass sie Material sauber abtragen. Das erzeugt unnötige Wärme und beschleunigt den Verschleiß. Ein zu hoher Vorschub erhöht dagegen die Schnittkräfte und kann Schwingungen verursachen. Ziel ist deshalb stets ein gleichmäßiger Spanquerschnitt, der das Werkzeug konstant belastet. Moderne CAM-Systeme unterstützen diesen Prozess durch adaptive Frässtrategien. Sie passen die Werkzeugbahnen kontinuierlich an die aktuelle Belastung an und vermeiden abrupte Richtungswechsel. Dadurch sinken Lastspitzen, die Standzeit steigt und die Bearbeitungszeit verkürzt sich gleichzeitig.
Erreichbare Genauigkeiten und Oberflächengüten
Mit modernen CNC-Fräsmaschinen lassen sich Stahlbauteile äußerst präzise herstellen. Für viele technische Anwendungen sind Fertigungstoleranzen von ±0,02 bis ±0,05 mm problemlos erreichbar. Im Werkzeugbau, der Messtechnik oder im Vorrichtungsbau können durch optimierte Bearbeitungsbedingungen sogar Genauigkeiten im Bereich von wenigen Mikrometern erzielt werden. Ebenso entscheidend ist die Oberflächenqualität. Bereits nach der Schlichtbearbeitung entstehen häufig Rauheitswerte zwischen Ra 0,8 und 1,6 µm. Durch angepasste Werkzeuggeometrien, reduzierte Zustellungen und vibrationsarme Bearbeitungsstrategien können nochmals deutlich feinere Oberflächen erzeugt werden.
Stahl mit oder ohne Kühlung fräsen
Ob Stahl trocken oder mit Kühlschmierstoff gefräst wird, hängt von mehreren Faktoren ab. In vielen Fällen erfolgt die Bearbeitung klassischer Baustähle mit Emulsion oder Minimalmengenschmierung. Der Kühlschmierstoff reduziert die Temperatur, verbessert die Schmierung im Schnittbereich und unterstützt die Spanabfuhr. Bei hochfesten Werkstoffen oder tiefen Taschen spielt insbesondere die Innenkühlung eine wichtige Rolle. Über Kühlkanäle im Werkzeug gelangt der Kühlschmierstoff direkt an die Schneidkante und verhindert dort eine übermäßige Erwärmung. Gleichzeitig werden Späne zuverlässig aus der Bearbeitungszone gespült. Unter bestimmten Bedingungen kann Stahl jedoch auch trocken bearbeitet werden. Moderne Werkzeugbeschichtungen sind für hohe Temperaturen ausgelegt und ermöglichen bei geeigneten Werkstoffen eine wirtschaftliche Trockenzerspanung. Vorteile ergeben sich vor allem durch geringere Betriebskosten, einen reduzierten Reinigungsaufwand und eine umweltfreundlichere Fertigung. Voraussetzung bleiben allerdings stabile Maschinen, optimal abgestimmte Schnittwerte und eine sichere Spanabfuhr.
Tabellarische Übersicht auf gut fräsbare Stahlsorten
| Stahlsorte | Bestandteile | Schnittgeschwindigkeit | Genauigkeiten | Anwendungen |
|---|---|---|---|---|
| S235JR | Eisen, Kohlenstoff (≤0,17 %), Mangan | 180–250 m/min | ±0,03 mm | Stahlbau, Halterungen, Maschinenrahmen |
| S355J2 | Eisen, Kohlenstoff, Mangan, Silizium | 160–240 m/min | ±0,03 mm | Maschinenbau, Schweißkonstruktionen, Vorrichtungen |
| C45 (1.0503) | Eisen, ca. 0,45 % Kohlenstoff | 140–220 m/min | ±0,02 mm | Wellen, Achsen, Flansche, Maschinenteile |
| 16MnCr5 (1.7131) | Eisen, Mangan, Chrom | 120–180 m/min | ±0,02 mm | Zahnräder, Ritzel, Getriebeteile |
| 20MnCr5 (1.7147) | Eisen, Mangan, Chrom | 120–180 m/min | ±0,02 mm | Einsatzgehärtete Zahnräder, Wellen |
| 42CrMo4 (1.7225) | Eisen, Chrom, Molybdän | 80–160 m/min | ±0,02 mm | Werkzeughalter, Maschinenbau, Hydraulik |
| 34CrNiMo6 (1.6582) | Eisen, Chrom, Nickel, Molybdän | 70–150 m/min | ±0,02 mm | Hochbelastete Wellen, Antriebsteile |
| 11SMn30 (1.0715) | Eisen, Mangan, Schwefel | 180–280 m/min | ±0,03 mm | Automatendrehteile, Serienfertigung |
| 11SMnPb37 (1.0737) | Eisen, Mangan, Schwefel, Blei | 220–320 m/min | ±0,03 mm | Präzisionsdrehteile, Verbindungselemente |
| 1.2379 (X153CrMoV12) | Eisen, Chrom, Molybdän, Vanadium | 40–100 m/min | ±0,01 mm | Stanzwerkzeuge, Schneidwerkzeuge, Umformwerkzeuge |
Hinweis: Die angegebenen Schnittgeschwindigkeiten sind typische Richtwerte für das CNC-Fräsen mit Vollhartmetallwerkzeugen (VHM). Die tatsächlich erreichbaren Werte hängen unter anderem von Maschinenleistung, Werkzeugbeschichtung, Werkzeugdurchmesser, Kühlung, Bearbeitungsstrategie sowie dem Härtegrad des jeweiligen Werkstoffs ab. Moderne CNC-Bearbeitungszentren ermöglichen bei geeigneten Fertigungsbedingungen Maßgenauigkeiten bis etwa ±0,01 mm und Oberflächengüten von Ra 0,8–1,6 µm oder besser.
Häufige Fragen zum Fräsen von Stahl
Was sind die Merkmale beim CNC-Fräsen von Stahl?
Welche Stahlsorten sind zum Fräsen geeignet?
Wird Stahl mit oder ohne Kühlung gefräst?
Wo findet man Fachbetriebe zum Lohnfräsen von Stahl?
Weitere Fragen und Antworten
Was bedeutet Stahlfräsen?
Stahlfräsen ist ein Fertigungsbereich der Zerspanungstechnik und beschreibt die Fräsbearbeitung der einzelnen Stahlwerkstoffe.
Präzisionsfrästeile werden auf CNC-Fräsmaschinen oder automatisierten Bearbeitungszentren exakt nach den vorgegebenen DIN- und ISO-Normen gefertigt. Dabei erfolgen alle Arbeitsschritte nach höchsten Qualitätsstandards und die jeweiligen Zwischenprüfungen werden schriftlich dokumentiert.
Beim Fräsen von Stahl ist die richtige Drehzahl die Basis für saubere Fräsbilder. So werden gut fräsbare Stahlsorten wie Baustahl oder Automatenstahl mit Drehzahlen im Bereich von 20-25 m/min bearbeitet, während die Fräsbearbeitung von Hartmetall mit wesentlich höheren Drehzahlen von 80-100 m/min erfolgt.
Je nach Stahlsorte und mit den richtigen Fertigungsparametern lassen sich beim Stahlfräsen meist Genauigkeiten von bis zu ±1 μm und Oberflächengüten von Ra < 25 µm toleranzgenau erreichen.
Das Fräsen von Stahl mit einer Oberfräse erfolgt meist mit HSS-Werkzeugen, niedrigen Drehzahlen und dem Einsatz von Kühlschmiermitteln, da sonst aufgrund der Wärmeentwicklung stets die Gefahr einer Aufbauschneidenbildung gegeben ist.
Fräsen von Stahl mit einer Portalfräse ist nicht unproblematisch, da der Fräsvorgang im Gegensatz zu weicheren Materialien mit wesentlich geringeren Frästiefen und Vorschubgeschwindigkeiten erfolgen sollte.
Die Fertigungskosten beim Fräsen von Stahl sind vom jeweiligen Material, Arbeitsaufwand und Bestellmenge abhängig und liegen im Bereich von einigen Cent bis zu mehreren hundert Euro.
Weiterführende Links zum Thema „Fräsen“
- Messing, Kupfer
- Kunststoff
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